Herrnhuter Adventssterne

dsc_0005Als wir mit den Jugendlichen nach dem Weltjugendtag im Juli noch in Zittau waren, schenkte eine Frau aus der Pfarrgemeinde jedem einen kleinen Herrnhuter Adventsstern mit Beleuchtung. Jetzt war die Zeit ihn auszupacken und noch einmal dankbar an die Begegnung in ihrem Hof in Mittelherwigsdorf zu denken. Olja überlegt gerade, als sie den Stern vor der Schwesternkapelle sieht, wo sie ihren Stern hinhängen wird. Im Pfarrhaus in der Küche leuchtet einer, vom Kirchturm über die Stadt ein Großer und in Stepnoje an unserem Kirchlein ist er fast die einzige (Straßen-)Beleuchtung im Dorf, ein leuchtender Bote.

Heut hat unser Tag nur 23 Stunden. Der Saratower Oblast hat die Zeit um eine Stunde vorgestellt, so fing es erst halb 6 an dunkel zu werden. Dass so eine Umstellung nicht alle Tage geschieht, merkte man schon daran, dass nach den Gottesdiensten einige ankamen und sich wunderten, dass wir schon beim Schlusssegen angelangt waren.

Charles de Foucauld

Heute, genau vor 100 Jahren, starb der inszwischen seliggesprochene Charles de Foucauld. In die Gegend seiner Einsiedelei kamen Soldaten, die jemanden suchten. Einen Jugendlichen stellten sie zu Charles de Foucauld, um ihn zu bewachen. Der Jugendliche bekam es mit der Angst zu tun und erschoss in Panik Bruder Karl.

Erst 15 Jahre nach seinem Tod fanden sich die ersten Brüder, die in Gemeinschaft Jesus nachfolgen wollten, in der Art, wie Charles de Foucuald es begann. Heute gibt es verschiedene Orden und Gemeinschaften im Geiste Charles de Foucaulds.

dsc_0004Mitten in der Welt Jesus nachfolgen, gehört zu den Charakteristika dieser Spiritualität. Der Adventskranz in der Hauskapelle der Schwestern deutet  mit der Stadtsilhuette ebenso daraufhin.

„Wir verehren die Heiligen nicht, um sie nachzuahmen, sondern um Christus nachzuahmen“

„Wir müssenin die Wüste gehen. Dort verlieren wir alles, was Gott nicht ist.“

Charles des Foucuald

Hl. Andreas

Gestern gg. 23:30 Ortszeit bin ich wieder gut in Marx angekommen. Aufrgend war die Reise schon, als im Zug von Dresden nach Berlin der IC zum stehen kam, „auf unbestimmte Zeit wegen eines Personenunfalles“, wie es hieß. Zum Glück war in Berlin genügend Zeit nach einer Stunde Zugverspätung bis zum Abflug. In Moskau interessierte sich der Zoll an unserem Ziborium, welches durch die Initiative von Pfr. Christian Pabel und Pfr. Ansgar Florian (beide Bistum Görlitz) neu vergoldet werden konnte. Ich versuchte zu erklären, dass wir diesen Kelch im Gottesdienst benutzen. Auf meine Erklärung, dass ich Priester sei, folgte die verwunderte Frage, dass ich doch gar keinen Bart hätte (wie bei orthodoxen Geistlichen üblich). Schließlich durfte ich passieren und hab gerade noch den Flieger nach Saratow geschafft.

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Heute morgen feierten wir die Hl. Messe als Rorate. P. Ondrej, der dankenswerterweise jetzt 4 Tage die Pfarrvertretung übernahm, feiert heut seinen Namenstag. Da man den Hl. Apostel Andreas in Russland besonders verehrt, wird sein Tag als Hochfest begangen. Das Foto entstand beim anschließenden Frühstück.

Zum Geburtstag

Morgen Abend beginnt der Advent. In unserer Kirche ist der Festagsschmuck wieder abgenommen, am Turm haben wir den Herrnhuter Adventsstern angebracht.

p1100299pfeilEtwas russisches Konfekt hab ich gekauft. Morgen flieg ich zum 75. Geburtstag meiner Mutter (s. Foto, welches bei unserem Besuch nach dem Weltjugendtag in Schirgiswalde aufgenommen wurde). Die Urlaubstage sind bereits aufgebraucht, so werd ich Dienstag abend wieder zurück in Marx sein. Danach folgt der nächste Blogeintrag. Einen gesegneten 1. Advent!

Stadt und Land

Mischa und Wowa, zwei Jungs (12 und 15 Jahre alt) aus Stepnoje, waren für 3 Tage im Pfarrhaus zu Gast. Der Unterschied von Stadt und Land ist hier sehr groß. So fanden sie interessant die Straßenbeleuchtung, wenn man in Marx einfährt, einen hohen Schornstein, ein Zusammenstoß zweier Autos, die Wolga… Gern wären sie noch ein paar Tage da geblieben, sagten sie, als sie wieder am Ortseingang von Stepnoje das Dorfleben vor Augen hatten.

Zurück in Stepnoje halfen sie noch den Adventsstern an der dortigen Kirche anzubringen. Beim anschließenden Tee, zu dem Olga, eine Rentnerin, die gleich neben der Kirche wohnt, eingeladen hatte, erzählte sie, dass heute einer der drei Tage in der Woche ist, an dem frisches Brot von der Bäckerei geliefert wird; dass hier vieles sehr teuer sei und sie gab etwas wehleidig wieder, wie es im Fernsehen gesagt wird: Vielen Ländern haben wir geholfen und nun ist das Leben für uns selbst mitunter sehr schwer.dji_0041

Nachtrag Musical

Die Schüler haben jetzt eine Woche Ferien. “ Jungs aus Stepnoje fragten, ob sie nach der Kateches gestern für ein paar Tage mit nach Marx kommen können. Ein Grund war für den Älteren sicherlich eine Mädchen-Bekanntschaft in Marx. Heut halfen sie gut mit beim Aufräumen und Sammeln von Kiefernzweigen für den Adventskranz. Im Pfarrhaus sind sie an allem, was so im Pfarralltag passiert, interessierte Gäste. Hätte nicht gedacht, wie lange man nach jeder Mahlzeit wieder neu debattieren kann, wer nun das Geschirr spült.

Wer mal in unser Musical hineinschauen möchte, findet die Aufzeichnung hier:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Patronatsfest und viel mehr

img_0442Mit einem sehr festlichen Gottesdienst, gestaltet vom Kasaner Kirchenchor, am letzten Tag des allrussischen Kongresses zum Thema Barmherzigkeit begingen wir heute unser Patronatsfest „Christus König“. Gute Begegnungen gehören wohl mit zu dem Einprägsamsten dieser Tage. Grußworte sprachen auch der evangelische Propst, der orthodoxe Pfarrer, eine Vertreterin des Bürgermeisters und die Leiterin des Deutschen Zentrums. Zwanzig Gemeindemitglieder aus Stepnoje hatten sich mit dem von der Pfarrei organisierten Bus auf den Weg hierher gemacht. Vom Kongress berichtete Radio Vatikan  in einem Interview mit Bischof Pickel.

Nun heißt es wieder Tische und Stühle und vieles mehr an ihren eigentlichen Ort zurückbringen, die letzten 4 Gäste zum Flughafen und Bahnhof bringen, eine Beerdigung am Montag, um welche die Angehörigen eines nicht Getauften gebeten hatten, die abendliche Katechesen in Stepnoje…