Verabschiedung und Heimweg

Eine Woche lang gemeinsam beten, Gruppenarbeit, Wanderungen in den Bergen, Volleyball… all das hat uns nach der langen coronabedingten Pause gut zusammengebracht. Heut starten alle wieder in ihre Pfarreien. Mit den Schwestern werden wir am Abend unsere 28 – stündige Zugfahrt von Kislovodsk aus antreten und am Feitag in der Nacht in Marx ankommen.

Mit großer Freude wurde die Nachricht aufgenommen, dass die nächste Pastoralkonferenz bereits im April nächsten Jahres sein wird, und zwar erneut in Naundorf in der Sächsischen Schweiz, wie Bischof Pickel heute bekannt gab.

Erkundungen

Unser gestriger Sonntagsausflug führte zu einer alten byzantinischen Kirchruine. Im Jahr 968 wurde die Kirche von dem ansässigen alanischen Volk erbaut. Hoch thront sie über dem Tal.

Heute wurde es dann ein voller Konferenztag zu den Themen Schutz von Minderjährigen und den von Papst Franziskus weltweit angeregten Synodalen Prozess, welcher für unsere Pfarreien eine gute Chance bietet, ins Gespräch zwischen verschiedenen Gruppen und Generationen zu kommen sowie Verantwortung zu stärken.

Blickwechsel

Neben dem Konferenzteil mit Gruppenarbeit und dem geistlichen Teil kommen Ausflüge in die wunderschönen Berge des uns umgebenden Nord-Kaukasus nicht zu kurz. Hier ein paar Eindrücke:

Ankunft im Kaukasus

Relativ gut ausgeruht (im Unterschied zu einer vergleichsweisen Autofahrt) kamen wir in Pjatogorsk an. Dort füllte sich der bestelle Bus mit anderen guten Bekannten und es war interessant zu beobachten, wie aus dem noch flachen Kaukasus-Vorland allmählich die Berge Gestalt annahmen, bis wir am Zielort Dombai auf 1650 m Höhe ankamen. Wenngleich wir nicht zum Bergurlaub hierher gefahren sind, sondern zur Pastoralkonferenz, ist doch leider die Wetterprognose nicht die beste, aber bekanntlich kann sich das Wetter in den Bergen schnell ändern.

Pastoralkonferenz im Kaukasus

Der ursprüngliche Plan sah vor, dass unsere jährliche Pastoralkonferenz das zweite mal in Dresden stattfinden sollte, auf Einladung des Bistums Dresden-Meißen. Wie so vielem, hat Corona dem einen Strich durch die Rechnung gemacht. So treffen sich die Priester und Ordensschwestern und -brüder übermorgen im Kaukasus. Der Tagungsort Dombai ist auf 1600 m Höhe gelegen und von 3-Tausendern umgeben.

Wir werden morgen mit der Bahn dorthin fahren, über 24 h im Liegewagen, was hier sehr erholsam ist. Bei dem gleichmäßigen Rhythmus der Schienenstöße lässt es sich gut einschlafen. Es ist Zeit zum Lesen oder für Gespräche… Und die russische Bahn ist immer pünktlich, da auf manchen Bahnhöfen fahrplanmäßig längere Halts von einer halben Stunde und mehr eingeplant sind, wo sich eine etwaige Verspätung wieder aufholen lässt. Für unsere 1.200 km von Saratov nach Pjatigorsk fahren wir 27 Stunden.

Foto von unserer Gemeindefahrt 2019 nach Dresden im Liegewagen Saratov-Moskau.

Kleinreparaturen

An unserem Grundstück mit den einzelnen Häusern gibt es eigentlich immer etwas zu reparieren, warten oder zu verschönern. Kleine Sachen können wir selbst tun, bei Komplizierterem, wie etwa die seit einem Blitzeinschlag nicht mehr funktionierende Glockensteuerung, suchen wir Spezialisten.
Am Klettergerüst hatte sich die Verankerung des Klettertaus gelöst, die unser Hausmeister heut reparierte (Foto). Die Kinder, die jeden Nachmittag für Leben auf unserem Spielplatz sorgen, störte dieses Einschränkung nicht. Es gab ja noch die Schaukel, die Wippe und die Sprossenwände am Klettergerüst.

Pensa – unerreichbar

Sonnabend – eigentlich wäre heute die Fahrt nach Pensa zur Vorabendmesse. Jedoch ist der Zugang zu unserer Kirche zur Zeit blockiert. Durch unser Grundstück führen unterirdische Strom- und eine Fernheizungsleitung. Letztere ist im Winter sehr gut zu erahnen, denn mangels ausreichender Isolation schmilzt an dieser Stelle jedes Jahr der Schnee. Trotz Drängens der Gemeindemitglieder haben die Bauarbeiter keinen provisorischen Zugang zur Kirche ermöglicht. Es hieß, bis Oktober dauern die Arbeiten an. Unsere vor den staatlichen Stellen benannte Gemeindeleiterin hat die Gabe, mit einfallsreichen Argumenten bei Firmen und Ämtern nicht locker zu lassen. Hoffen wir, dass ihr diesmal wieder eine baldige Lösung gelingt.

Nuntius Giovanni in Marx

Es waren sehr angenehme Stunden mit Nuntius Giovanni d’Aniello in Marx. Zunächst besuchten wir den evangelischen Pfarrer und den Saratover Propst. In einer sehr brüderlichen Atmosphäre kamen sehr persönliche Glaubenszeugnisse zur Sprache.

In der Heiligen Messe mit unseren Gemeindemitgliedern fand der Nuntius in seiner Predigt sehr wohltuend wertschätzende Worte an die versammelte Gemeinde. Sicherlich für viele Mitfeiernden war dieser Gottesdienst eine Stärkung im Glauben.

Vorbereitungen und Abschied

In Marx wird in diesen Tagen das Pfarrgrundstück gesäubert, Unkraut von den Wegen beseitigt, etwaige Spinnweben in der Kirche weggekehrt, Blumenschmuck für die Kirche gestaltet. Der Grund: morgen erwarten wir den Apostolischen Nuntius, Erzbischof Giovanni d’Aniello, welcher erstmals zu uns nach Marx kommt.

Mit P. Lorenz waren wir bereits gestern zum festlichen Gottesdienst mit dem Nuntius in Saratov. P. Lorenz war den ganzen Sommer hier in Marx im Pfarrhaus. Er hat geholfen, die Gottesdienstvertretung übernommen und vor allem bin ich ihm dankbar für das mitbrüderliche Miteinander und den Austausch. Heute hat er sich verabschiedet, denn morgen fliegt er nach Kurzaufenthalten bei seinen Steyler Mitbrüdern in Russland für 3 Monate in seine Heimat Indonesien.

Zurück in Marx

Bischof Pickel hatte es auf sich genommen, mich mitten in der Nacht vom Flughafen nach Marx zu fahren. So bin ich gut wieder angekommen und darf auf eine erholsame und abwechslungsreiche Zeit mit wertvollen Begegnungen zurückblicken: die Familienfreizeit in St. Petersburg, 5 Tage erholsame Quarantäne in Schirgiswalde, Exerzitien mit den Mitbrüdern der Priestergemeinschaft „Jesus Caritas“, Begegnungen in unserer Partnergemeinde (Foto), in der Oberlausitz, mit Verwandten…

Ein Jahr lang war ich nicht in Deutschland, so war für mich auffällig, dass im Servicebereich vieles einfacher und kundenfreundlicher läuft, dass in Gesprächen öfter das Thema „umweltbewusster leben“ ein Rolle spielt, die kirchlichen Herausforderungen tw. anders gelegen sind, wobei es manchmal scheint, dass die Beschäftigung mit äußerlichen Umständen einen kaum noch zum Eigentlichen des Glaubens gelangen lässt…

Die Pfarrei Marx war in den vergangenen Wochen in guten Händen. Vor allem Pater Lorenz SVD hatte dankenswerterweise die Vertretungsdienste übernommen.

Danke auch Dir /Ihnen, liebe Blogleser, dass Du / Sie uns weiterhin verbunden bleiben und nach der längeren Pause wieder auf diese Seite „gefunden haben“. Der Besuch des Nuntius‘ in Saratov und Marx wird das Thema der nächsten Tage sein.