Wohnungssegnung

dsc_0291In einem unserer Dörfer war ich gestern zur Haussegnung bei einfachen, sehr herzlichen Leuten. Der Mann wartete schon am Beginn des Dorfes, damit ich das Haus auch finde. Meine kleine Verspätung war der Ehefrau ganz recht, da sie so noch schnell die Küche wischen konnte. Weihwasser, geweihte Kreide, Bibel und Kerze waren auf dem Tisch vorbereitet. Bei der anschließenden Tasse Tee (was hier immer auch etwas zum Essen einschließt) erzählten sie vom mitunter schwierigem Leben im Dorf, ihren Schwierigkeiten aufgrund ihrer deutschen Abstammung und wie auch der Mann seit seinem Rentendasein Rosenkranz betet. Immer wieder ging es um Glaubenthemen. Einen warmen Westover aus Ziegenwolle gaben sie mit auf dem Weg und wollten dann auch wissen, ob ich gut in Marx angekommen sei.

Orthodoxes Fest Taufe des Herrn

dsc_0268Heute feiern unsere orthodoxen Schwestern und Brüder Taufe des Herrn. Mit Jugendlichen nahmen wir gestern Nacht teil an der Prozession von der orthodoxen Kirche zur Wolga, der Segensandacht mit Segnung des Wolgawassers. „Wir ziehen an den Jordan“, so wurde es in den liturgischen Texten formuliert. In der Predigt sprach der Batuschka über die verheerenden Wirkungen der Sünde und sprach zum Schluss Segenswünsche aus. Mit kräftigem Schwung segnete er mit dem geweihten Wasser die Menge (Video). Anschließend stiegen vielleicht 70 Leute bei -8°C Lufttemperatur in das eiskalte Wolgawasser, auch Oleg, einer unserer jungen Erwachsenen. (Video)

Dekanatskonferenz

dsc_0257Gestern fand in Saratov unsere Dekanatskonferenz statt, zu der auch P. Sergio mitkam, der heute wieder in seine Pfarrei zurückfährt. Von Frühstück bis fröhlichen Abend war der Tag ausgefüllt mit Gesprächen, Gebet, Konferenz, Treffen mit Bischof Pickel in der Kurie, Hauptthema dsc_0259bildete dort das Jahr des Gebets, welches wir jetz in unserem Bistum begehen. Mit P. Sergio hatten wir noch Zeit, ein Stück unseres alten „Schulweges“ gemeinsam zu gehen. Hier ein Foto vor der ehemaligen Kathedrale, die heute Kinotheater ist.

Stepnoje

Mit Winterbildern von der Wolga wird man in Deutschland jetzt vermutlich keinen beeindrucken. Dennoch Bilder von der Häuserweihe in Stepnoje. In 12 Häuser haben wir uns nach der Hl. Messe begeben. Zur Zeit ist P. Sergio auf der Durchreise und macht Station in Marx. Vor zwei Jahren (genau auf den Tag heut bin hier angekommen) haben wir zusammen den Russischkurs besucht. In einer ansprechenden interaktiven Art hat er heut gepredigt, in der mit Holz geheizten Kirche in Stepnoje. Schon von weitem sah man den Rauch aufsteigen, bei -14°C. Aus Marx fuhr auch eine Mitarbeiterin des Caritas-Altenpflegedienstes mit uns mit, um einen Hausbesuch in Stepnoje zu machen – am Sonntag Nachmittag, 4,5 Stunden!

 

 

Wohnungssegnung

dsc_0228Die traditionelle Wohnungssegnung am Anfang des Jahres erweist sich als eine gute Gelegenheit, mit jungen Familien ins Gespräch zu kommen. Entweder sind sie bei ihren Eltern mit zur Wohnungssegnung dabei oder haben über ihre Kinder sich in die Liste eingeschrieben. In den eigenen vier Wänden lässt es sich noch anders reden, als beispielsweise in bzw. vor der Kirche…

Und die anschließende Tasse schwarzer Tee gehört hier zur Haussegnung fast ebenso dazu, wie Weihwasser, geweihte Kreide und Weihrauch.

Häuserweihe

dsc_0217Gestern haben wir auf einem unserer Dörfer nach der Hl. Messe mit der Häuserweihe begonnen. Zum Gottesdienst kamen fast nur Kinder, die dann die Runde durchs Dorf mitmachten. Natürlich ging es in ihrer eigenen Häuser. Auch einzelne wünschten die Wohnungssegnung, die vor ca. 10 Jahren regelmäßig zum Gottesdienst und zur Katechesestunde kamen, wie sie erzählten, sich gern an manche Ausflüge erinnerten. Auf unsere Einladung zum nächsten Gottesdienst erklärten sie, dass sie heute anders beschäftigt seien und es klang, als ob der Glaube für sie so eine Lebensphase für ein bestimmtes Alter war, die jetzt endete. Die Häuserweihe ist als einziger Kontakt zu Kirche geblieben.

Zwischen den eigenen Wänden führt ein Mädchen eines ihrer Kunststücke auf (Foto).

in der evangelisch-lutherischen Gemeinde

dsc_0212-1Nach der Aufführung des Musicals vom Glücklichen Prinzen im November sagten manche, für eine Aufführung habt ihr soviel eingeübt? Der evangelische  Pfarrer von Saratow, P. Andrej, sagte es nicht nur, sondern lud uns für heute zu sich ein. Vor knapp 50 Zuschauern tauchten die Kinder und Jugendlichen noch einmal in ihre Rollen. Überaus gastfreundlich wurden wir in der Gemeinde aufgenommen. Kirche und Gemeindezentrum sind noch im Bau, aber einige Räume bereits so hergerichtet, dass sie benutzbar sind. Hoffen wir, dass auch die kleine Spende, die wir am Schluss des Musicals sammelten, mit hilft, den Bau zu vollenden. Zusammen mit den Tagen in Samara möge auch dieser Tag heut dazu beitragen, dass Gemeinschaft und Zusammenhalt unter den Kindern wachsen.