Sonntag

Wenn ich heute einen Fußballfan auf Fußball ansprach, winkte der meistens ab. Aber die Zuversicht bestehe, dass die russ. Elf zu mehr in der Lage ist.

Eine Reisegruppe aus 20 Personen verschiedenen Alters kam zur Kirchenbesichtigung mit Orgelführung. Am interessiertesten fragten die Kinder und Teenies nach vielen Details in der Kirche. Warum ist die Kirche so hoch, wie kam die Orgel auf die Empore…

Nach dem Gottesdienst in Raskatovo stand wieder die Einladung zum Tee, diesmal in der sog. Sommerküche. Das ist ein kleiner Extrabau gleich am Gemüsegarten mit eingerichteter Küche. Eine große Schüssel frisch geernteter Erdbeeren für Marmelade verriet, dass im Garten gerade viel zu tun ist.

Ein Gemeindemitglied bat am Abend um den Empfang des Sakramentes der Krankensalbung vor der medizinischen Behandlung.

Gestern fuhren aus Pensa ein junges Ehepaar mit nach Marx, um das verlängerte Wochenende (Tag Russlands) in Marx zu verbringen. Mit ihnen zusammen werden wir den Tag heute „ausklingen“ lassen.

(Foto auf der Fahrt nach Raskatovo, heraufziehende Regenfront.)

Hauskommunion

Heute, am Herz-Jesu-Fest, war ich in Marx zur Hauskommunion unterwegs. Eine Frau erlitt vor wenigen Wochen einen zweiten Schlaganfall. Sie kann laufen, sich normal bewegen, nur das Sprechen ist schwierig. Ihr Sohn lebt in Deutschland, seit mehreren Jahren leidet sie unter Einsamkeit. Heut hat sie fast nur geweint und war etwas untröstlich. Nur beim Gebet war sie still. Das Foto ist vor ihrem Haus aufgenommen.

Eine andere Frau der Hauskommunionrunde wollte seit Beginn der Pandemie keinen Besuch mehr aus Furcht vor Ansteckung. Heute endlich haben wir einen Termin vereinbart. Groß ist ihre Sehnsucht nach den Sakramenten der Versöhnung und der Eucharistie, wie sie sagte.

erste Gehversuche

Mit O., einer Caritas-Mitarbeiterin des ambulanten Pflegedienstes, fuhren wir heute aufs Dorf zu einer Frau aus unserer Gemeinde, die vor kurzem einen Schlaganfall erlitt. O. nahm erst vor kurzem an einem Seminar teil, bei dem es um Patienten mit Schlaganfall ging. Sehr gut motivierte O. die Kranke im Bett, sich hinzusetzen, ja mit Unterstützung sogar zu stehen und ein paar Schritte zu gehen. Wie die Angehörigen erzählten, solle sie nach Meinung der Ärzte vorerst nur liegen. Aber als sie sahen, wie die Kranke sich bemühte und sogar Freude daran hatte, das erste mal wieder zu stehen und ein paar Schritte zu gehen, waren wohl die Bedenken ausgeräumt.

Pater Laurenz

Mit Bischof Pickel kam heute P. Laurenz SVD, ehemals Pfarrer in Wolgograd, zu uns. Momentan wartet er auf geeignete Reisebedingungen zum Urlaub in sein Heimatland Indonesien. Wenn wir in den Süden des Bistums fuhren, durften wir jedes mal die herzliche Gastfreundschaft der Steyler Missionare, zu denen P. Laurenz gehört, erfahren. Jetzt ist die Chance sich etwas zu revanchieren. Er fährt gern Fahrrad, dafür haben wir ja im ländlich geprägten Marx gute Bedingungen.

Fronleichnam in Marx

Für dieses Wochenende warregnerisches Wetter angesagt, so hatten wir die Fronleichnamsprozession nach innen in die Kirche verlegt mit nur einem Altar, dafür mehr Zeit für die Anbetung in Stille. Auch in Stepnoje am Nachmittag erlaubte das Wetter keine Prozession um die Kirche. Als Dank an die jugendlichen RKW-Helfer fuhren wir nach Engels ins Kino, „Fast & Furious 9“ hatten sie ausgewählt. Für eine der Jugendlichen war es der erste Besuch eines Kinos in ihrem Leben. Nach den gefüllten aber auch erfüllenden vergangenen Tagen freue ich mich morgen auf einen erholsamen Tag.

Fronleichnamsfest

Für die Fronleichnamsprozession heute am Vorabend in Pensa hatten Gemeindemitglieder einiges vorbereitet: Betonausbesserungsarbeiten um die Kirche, die Gestaltung eines Altars an der Kirche, Blumenschmuck, die Organistin übte mit der Gemeinde ein lat. Prozessionslied aus dem 7. Jhd. ein. Eine armenische Frau sammelte nachher einige Blütenblätter ein, welche ihre Tochter in der Prozession vor das Allerheiligste gestreut hatte, da ja Jesus über diese Blätter getragen wurde. Ebenso erzählte sie, dass in ihrer Heimat nach der Prozession die Blumen auf dem Altar sehr begehrt waren, weil das Allerheiligste gleich daneben stand. Einige Gemeindemitglieder nahmen daraufhin gern eine Blume mit nach Hause.

RKW-Tag mit Besonderheiten

Das Wetter spielte heute nicht ganz so mit, wie wir es gern hätten, es regnete fast den ganzen Tag. Aber das tat der Atmosphäre kaum Abbruch, da so viele andere Bedingungen gut ineinanderspielten: einsatzbereite und umsichtige Helfer, 3 Mütter für Frühstück, Abendbrot und Küchendienst, zwei erfahrene Frauen als Köchinnen, sehr gute räumliche Bedingungen. Als Besonderheit feierte heute Bischof Pickel die Hl. Messe mit den Kindern und begeleitete sie beim Ausflug zu einem Rehgehege, wo es auch Eichhörnchen, Fasane und Strauße ganz aus der Nähe zu beobachten gab.

Für mich waren es sehr angenehme Menschen, mit denen ich heute meinen Weihetag begehen durfte.

Religiöse Kinderwoche

Aus zwei unserer Dörfer, aus der Pfarrei Saratov und aus der Marxer Gemeinde und vom Kinderzentrum kamen heute reichlich 30 Kinder zur RKW. Thematisch geht es um die 10 Gebote „Mit Gottes Spielregeln“. Gleich zu Beginn fiel der Strom aus und zeitgleich war das Wasser für 4 Stunden abgeschaltet. Aber der erwartungsvollen, frohen Stimmung der Kinder tat das keinen Abbruch. Am Abend kamen Gemeindemitglieder, um die Kinder von auswärts bei sich zu beherbergen.

Dreifaltigkeitssonntag

Als die deutschen Siedler unter Zarin Katharina II. die Stadt gründeten, bauten sie mit als erstes eine hölzerne Kirche, in welcher Katholiken und Lutheraner abwechselnd Gottesdienst feierten! Erst später entstanden nah bei einander eigene, steinerne Kirchen. Die evanglische Kirche steht bis heute, wird seit 25 Jahren wieder als Kirche genutzt und ist der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Heute feiert die evangelische Gemeinde ihr Patronatsfest, wozu auch wir mit eingeladen waren. Als nächstes planen wir eine ökumenische Radwallfahrt am Johannistag.

RKW-Vorbereitungen

Noch 4 Tage, dann erwarten wir ca. 30 Kinder zur Religiösen Kinderwoche (RKW) für die Jüngeren. „Spielregeln von Gott“ d.h. die 10 Gebote wird das Thema der gemeinsamen 4 Tage sein. In dieser Woche trafen sich die jugendlichen Helfer zur Ideensammlung und Verteilung von Verantwortlichkeiten (Foto), zwei Frauen übernehmen das Kochen für diese Tage. Ausgezeichnet wussten sie heute, wo man bestimmte Lebensmittel gut und preiswert in Marx kaufen kann. Eine Frau brachte 4 Packungen frische Hühnereier von zu Hause, von Stepnoje werden wir wieder mit frischer Kuhmilch versorgt und aus einem anderen Dorf durften wir heute selbst gemachten Kirschsaft abholen (Foto).