Besorgungstag in Saratov

Morgen erwarten wir einen Großteil der Priester unseres Bistums. Bischof Clemens hat sie zu einem geistlichen Einkehrtag eingeladen, einen Tag vor der Priesterweihe in Saratov und unsere Pfarrei ist Gastgeber. Heute waren wir Lebensmittel in Saratov einkaufen. Der Blumenschmuck für die Kirche wird für Schwester Galja zu einer Herausfprderung, denn im Blumenschäft in Saratov waren heute viele Regale leer. Wir warten auf Lieferung, die sich verzögert hat, hieß es. Fast den ganzen Tag hat es unaufhörlich geregnet. P. Wladimir, der schon gestern anreiste und in Marx vor vielen Jahren als Diakon war, spazierte heute durch die Stadt. Viele Häuser hätten sich verändert, aber die Pfützen sind an den gleichen Stellen, wie damals, stellte er fest.

Vorbereitungen

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Am Freitag wird in Saratov Denis, der auch zu Praktika in unserer Marxer Gemeinde war, zum Priester geweiht. Für uns ist es eine Freude und Ehre, dass er seine erste Heilige Messe am darauffolgenden Tag bei uns in Marx feiern wird. So gibt es einiges vorzubereiten, abzusprechen und zu organisieren. Dazu trafen wir uns heute nach der Sonntagsmesse. Erfreulicherweise kamen einige Vorschläge von Gemeindemitgliedern, was sie dazu beitragen könnten.

Ein Nachtrag zu gestern: Am Abend fuhren wir mit Jugendichen zum Konzert nach Saratov; Gospelchor und im zweiten Teil Rock ’n‘ roll. Für die meisten war diese Musik Neuland, aber der „Funke“ sprang über.

Welttag der älteren Menschen

Heute, zum Welttag der älteren Menschen und zum Fest der Hl. Theresia von Lisieux hatten unsere Cartiasmitarbeiter die Senioren der Pfarrei und des Altenpflegedienstes eingeladen. Nach der Frühmesse versammelten wir uns im geschmückten Gemeinderaum zum Frühstück und abwechslungsreichen Programm aus Volksliedern mit einer Akkordeonspielerin, einer der Senioren trug Gedichte vor, eines davon hatte er erst in letzter Zeit! eingeübt, kleine Gewinnspiele und Tänze, alles zusammen ließ den Vormittag zu frohen Stunden werden.

Elternabend

In regelmäßigen Abständen laden die Schwestern im Kinderzentrum zu Elternabenden ein. Heute ging es um das Thema: Überwindung von eingeübter Hilflosigkeit. Wertschätzung des Kindes und seiner Fähigkeiten, kleine Schritte finden um an eigenen Schwächen zu arbeiten, Übertragung von Verantwortung bildeten zentrale Themen. Das anschließende Gespräch bei einer Tasse Tee bot Möglichkeiten für die Eltern, von ihren Erfahrungen und Sorgen zu erzählen.

soziale Notlagen

Zusammen mit zwei Verwandten brachten wir heute eine Mutter mit drei kleinen Kindern und einem Jungen im Teeniealter nach Saratov. Die Familie bekam dort einen Platz im sozialen Zentrum für Familie und Kinderbetreuung. Dieses Haus möchte, laut seiner Internetseite, Familien in schwierigen sozialen Verhältnissen unterstützen, Hilfe anbieten bei Problemen der Selbstversorgung, bei häuslicher Gewalt… Für ein halbes Jahr ist der Aufenthalt geplant und soll erst einmal eine sichere Umgebung bieten.

„Immer näher zu Gott“

Auf 94 Lebensjahre darf Schwester Flora heute zurückblicken. Im Jahre 1928 in einer deutschen Familie in der Ukraine geboren, musste sie schwere Zeiten miterleben. Geprägt hat sie, ihren Erzählungen nach zu urteilen, die Zeit in Karaganda, wo sie u.a. mit dem seligen Priester Wladyslaw Bukowinski Gläubige im Geheimen versammelte und Katechesen erteilte.

Bis jetzt geht sie jeden Tag die Treppen hinauf zur Kirche und ist eine treue Beterin. Im Gespräch mit ihr ist bewundernswert, wie sie ihren Humor behalten hat. „Immer näher zu Gott“, antwortet sie oft auf deutsch, wenn sie gefragt wird, wie es ihr gehe. Bischof Clemens kam zu ihrem Geburtstag, sowie die Mitschwestern und der Generalvikar aus Saratov.

Katechese in Stepnoje

Nach der Sommerpause begannen wir heute wieder die Katechesgruppen in Stepnoje. Die Anfangszeit richtet sich danach, wann die Kühe von der Weide kommen, weil die Erwachsenen sie in Empfang nehmen, melken und dann frei sind für Katechese beispielsweise. Zwei Jugendliche übernahmen die Gruppe der Kleinen, da Schwester Mascha noch in Kasachstan ist, zur Vorbereitung auf ihre Gelübdeerneuerung.

Meine Gruppe der Teenies war heute sehr konzentriert, vielleicht die Aufmerksamkeit am Beginn des neuen Katechesekurses?

Auf unserem Rückweg duften wir frische Kuhmilch und Kürbisse mitnehmen, sowie einige getragene Sachen für unsere Kleiderkammer.

Orgelunterricht

Seit Anfang der Monats kommt samstags ein junger Mann aus Saratov zu uns um Orgelspielen zu lernen. Er ist sehr konzentriert und hat Ausdauer, Eigenschaften, die gar nicht so leicht zu finden sind. Nachdem er heute seine Aufgabe bekam, übte er 3 h an einer Seite von J.S. Bach.

In der Gemeinde sind viele Familien in Sorge… Ein christlicher Dienst ist das fürbittende Gebet.

Herbst

Viel länger wollte ich die ungeliebte Tätigkeit, Abrechnung für die RKWs zu schreiben, nicht vor mit herschieben. Als dann heute endlich alles soweit fertig war, hab ich als „Belohnung“ 🙂 eine kleine Radtour in den herbstlichen Wald an der Wolga unternommen. Gemeindemitglieder posteten schon Fotos von gesammelten Körben voll Pilzen so schaute ich mich auch etwas um und fand Steinpilze und Champions, gerade genug für eine Pilzpfanne zum Abendbrot. Eine Ziegenhirtin kam mir mit ihrer Herde entgegen, sie sprach mich an und zeigte stolz ihre gesammelten Pilze. Sie konnte auch meinen Zweifel beseitigen bei einem Pilz, den ich fand. Zum nächsten Orgelkonzert in unserer Kirche möchte sie kommen.

Ein weiteres spontanes Gespräch ergab sich heute mit einem jungen Mann, der als Kurierdienst etwas bei uns ablieferte. Er war sehr niedergeschlagen und in Sorge.

Treffen des Müttergebetskreises

Mit noch frischen Eindrücken erzählten heute nach der Frühmesse einige Pilger vom Papstbesuch und zeigten Fotos. Manche der Älteren erinnerten sich dabei gern an ihre Pilgerfahrt zum Besuch von Papst Johannes Paul II. in Kasachstan vor 21 Jahren. Zum Schluss sorgten die Caritasmitarbeiterinnen für Auflockerung und leiteten zur Entspannungsgymnastik an.

Nach der Frühmesse beteten die Frauen vom Müttergebetskreis noch gemeinsam mit freien Fürbitten. Manche haben zur Zeit schwere Sorgen in ihren Familien. Am Ende bedankte sich eine Frau für das Treffen und dem Berichten von frohen und mutmachenden Ereignissen des Papstbesuches.