Hirtenjunge

Nachdem wir gestern in einem Spezialgeschäft in Saratov die nötigen Acrylfarben, Grundierung, Lack, Pinsel… gekauft hatten, ging Siro, unser Kunstmaler, gleich heute früh ans Werk befreite den Hirtenjungen von seiner roten Hautfarbe, gab ihm blonde Haare, Augen und Zähne, ebenso dem Hirten. Als nächstes sollen Josef und dem Hirten noch Bärte „wachsen“. Auch die Bekleidung ist bereits in Arbeit.

Am Nachmittag verbrachten zwei Mitarbeiter vom Katastrophenschutz eineinhalb Stunden bei uns mit Brandschutzkontrollen. Am Ende steht eine Aufgabenliste, wie Dachstuhl der Kirche mit Schutzanstrich versehen, Feuerschutztür einbauen…, für die wir wohl erst einmal das Geld sammeln müssen.

Kunstmaler

Für die DSC_7267nächsten drei Monate ist Siro aus der Schweiz bei uns zu Besuch. Er ist Kunstmaler und bereit, in unserem Bistum in diesem seinem Fach zu helfen, z.B. bei Restaurierungsarbeiten. Auch in Marx haben wir Bedarf: Die lebensgroßen Krippenfiguren, welche wir wieder vor der Kirche aufstellen waren bereits sehr gebrechlich. So haben wir, u.a. mit den Einnahmen aus dem Weihnachtsmarkt an Christkönig neuDSC_7249e PupDSC_7269pen aus Plastik gekauft. Diese haben allerdings ein allzu modisches Gesicht. Wir hoffen, dass mit feinen Pinselstrichen eine Maria und eine Josef draus werden. (Foto zusammen mit unserem Hausmeister)

Das Glatteis ist des einen Last, mancher Kinder jedoch ihre Freude. Stundenlang rutschen sie auf dem Plattenweg an der Kirche.

 

Advent

Den einen traf die begonnene Adventszeit vielleicht etwas überraschend und unvorbereitet, die andere sehnte sich möglicherweise schon nach dieser besonderen Zeit im Jahr. Jetzt ist sie da. Gestern Abend haben wir in Pensa die erste Kerze am Adventskranz entzündet, heute in Marx und Stepnoje.

Wenigstens einmal im Jahr besuchen wir in Pensa die fast 90-jährige Frau aus Litauen (Foto), welche aufopferungsvoll von ihrer Tochter gepflegt wird. Beim gemeinsamen Gebet des „Vater unsers“ und dem Empfang der Hl. Kommunion standen ihr die Tränen in den Augen.

In Marx fuhren aufgrund des Glatteises die Stadtbusse nicht. So erwarteten wir nur eine kleine Gottesdienstgemeinde. Aber die Kirche füllte sich wie sonst sonntags, nur etwas verspätet, da einige zu Fuß kamen. Nach der Hl. Messe besprachen wir mit den Gemeindemitgliedern die verschiedenen Veranstaltungen in der Adventszeit, sowie die Vorbereitungen für Weihnachten. Viele sind willens, Aufgaben zu übernehmen, doch baten sie gleich um eine kurze Erinnerung kurz vor dem Ereignis. (Foto mit denen, die bis zum Schluss blieben).

Noch eine Besonderheit heute: vor 103 Jahren starb in der algerischen Wüste Charles de Foucauld. (Foto: Statue eines Schnitzers aus Südtirol)

Unterricht

Drei Jungs möchten Ministrant werden. Wir beginnen mit ihnen den Minikurs, auch wenn sie noch nicht zur Erstkommunion gegangen sind, da wir seit einiger Zeit meistens ohne Ministranten die Hl. Messe feiern. Heut war die erste Übungsstunde. Einer hatte in der Zeit gerade Musikschule, einer hat es vermutlich vergessen, aber einer kam und lernte die Sakristei kennen. DSC_7247

Mit einigen Interessierten haben wir uns heut zur zweiten Deutsch-Stunde getroffen (Foto). Auch nach dem Schultag waren sie für die Deutschstunde gut motiviert (vielleicht hat auch die Tafel Schokolade nachgeholfen?). Sie fragten, ob wir nicht am Beginn der Stunde gemeinsam beten können.

Konveniat

… so nennt sich unser gestriges mitbrüderliches Treffen. Wir waren 6 Mitbrüder aus dem Dekanat, die im über 300 km entfernDSC_7243ten Sysran zusammenkamen, um sich auszutauschen, gemeinsam zu beten, freie Zeit miteinander zu verbringen. Eine Besonderheit im dortigen Pfarrhaus ist eine Banja. Heute ging es durch die teilweise winterliche Landschaft wieder zurück nach Marx.

Kirchweihfest

Christus – Zar, so heißt unser heutiges Fest im Russischen, wörtlich übersetzt; ein Zar, den wir allerdings mit dem Reich verbinden, dessen Kommen wir im Vater unser erbitten. Bischof Pickel sprach in der Predigt davon und wie es war, als vor 26 Jahren die erste katholische Kirche in Russland nach der Oktoberrevolution geweiht wurde. Aus Saratov und von einigen unserer Dörfer kamen Gläubige, um dieses unser Kirchweih- und Patronatsfest mitzufeiern. Unsere jungen Erwachsenen/ Familien hatten ein Quiz vorbereitet, die von Gemeindemitgliedern mitgebrachten köstlichen Gebäcke hätten noch viel mehr Gäste speisen können. Zwei Höhepunkte bildeten ein Orgelkonzert des Organisten aus Kasan, der vor einem Jahr zur Einweihungsfeier der Orgel gespielt hatte, sowie ein kleiner Weihnachtsmarkt. Die Gruppe aus Schirgiswalde hatte bei ihrem Besuch im September einige Papierkrippen zum Selberbasteln mitgebracht, sowie weihnachtliche Bildchen und Figuren. Kandierte Äpfel brachte eine Familie mit. Die ersten Fotos von den gebastelten Krippen und dem Platz, den Figuren und Ikonen zu Hause gefunden haben, wurden gleich nach dem Mittag gepostet.

Teenie-Tage

Heute morgen haben wir Pater Reinhard wieder verabschiedet. Ich schätze sehr unsere vita communis/ das Miteinander im Pfarrhaus… Erfreulich: P. Reinhard hat bereits den Flug gekauft, mit dem er im nächsten Frühjahr wieder nach Marx kommt.

Für die Schüler sind diese Woche Schulferien, so haben wir zum Teenie-Wochenende eingeladen. Aus Marx und den Dörfern sind 14 Teenies gekommen. Inhaltlich geht es um Würde, Wertschätzung und Achtung voreinander.