Kalmykien

Mit Pfr. Lothar Vierhock begaben wir uns heute auf den Weg nach Elista, die Hauptstadt der buddhistischen Republik Kalmykien, mit Halt in Alt-Sarepta, eine Siedlung der Herrnhuter Brüdergemeine. Der Marktplatz von Herrnhut wurde von den dortigen Siedlern vor 250 Jahren in Kopie errichtet, so dass man meint, die Straße führt in die eine Richtung nach Zittau und in die andere nach Löbau.

Nach langer Fahrt durch die kalmykische Steppe, wurden wir von Alberta von der Gemeinschaft Johannes XXIII. und den Bewohnern des Hauses Oreste herzlich aufgenommen. Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten zählt der buddhistische Tempel, der Größte in Europa. An anderer Stelle erfuhren wir Interessantes über das mongolische Volk der Kalmyken und konnten auf einem Kamel reiten.

In Wolgograd

Bei Schneefall fuhren wir gestern in Marx los, bei plus 11 Grad kamen wir in Wolgograd an. Wolgograd liegt schon spürbar südlicher. Heute besuchten wir das Museum der Stalingrader Schlacht und den deutschen Soldatenfriedhof, wo in einer akribischen Arbeit jeder Namen eines vermissten oder gefallenen Soldaten mit Geburts- und Sterbedatum in Stein eingemeiselt ist.

Herzlich wurden wir aufgenommen von den dortigen Steyler Missionaren, die uns schnell das Gefühl gaben, sich wie zu Hause zu fühlen.

Mitbruder zu Besuch

Innerhalb des Landes ist das Reisen weitesgehend möglich. Heute kam Pfr. Lothar Vierhock zu uns nach Marx. Uns verbinden u.a. neun Jahre im Dekanat Leipzig und zeitgleich brachen wir vor 6 Jahren aus dem Bistum Dresden-Meißen auf, er nach Hong Kong, nun ist er seit einigen Jahren Pfarrer der deutschsprachigen Gemeinde „St. Elisabeth“ in Moskau. Nach den Osterfeiertagen soll nun etwas Erholung folgen. So wollen wir morgen einen Ausflug nach Wolgograd und dann weiter nach Elista unternehmen und am Freitag zurückkehren. Heute Abend lud Bischof Clemens zum deutschsprachigen Abend ein.

Osterfreude

Ähnlich einem Mosaik, wie es auf unserer diesjährigen Osterkerze gestaltet ist, bleiben verschiedene freudige Eindrücke von dem Ostertag: die Feier der Osternacht am Vorabend mit vielen aktiv Mitwirkenden, die Taufe, der heutige Festgottesdienst mit Bischof und drei Seminaristen, die Hl. Messe in Stepnoje, gute Begegnungen, Gesichter, Anrufe, Osterwünsche von Verwandten, Freunden und guten Bekannten…

Ich wünsche Ihnen /Dir eine gesegnete Osterzeit mit den wertvollen Momenten, welche die Freude über den auferstandenen Herrn vermitteln.

Festvorbereitungen

Neben den inneren Vorbereitungen auf Ostern haben nun auch die äußeren begonnen. Besonders die thematische Dekoration in unserer Kirche wird für jeden Tag des Triduums mit viel Mühe von den Schwestern gestaltet.

Mit den Ministranten probten wir den Ablauf der Osternacht. Für ein junges Paar, welches in der Osternacht ihre 6 Monate junge Anna taufen lassen möchte, ist die Taufe ein Anlass, sich näher mit dem Glauben zu beschäftigen. Er ist katholisch, hatte aber zur Gemeinde bisher keinen Kontakt, sie orthodox und die religiös aktivere Partnerin. Einige Male kamen sie zum Taufgespräch, heute nun trafen wir uns zum liturgischen Teil der Taufe. Sie sind interessiert an Glaubensfragen und äußerten von sich aus!, künftig weiter zur Kirche kommen zu wollen und ihre ältere Tochter mitzunehmen. Gebe Gott ihnen die nötige Beständigkeit im Glauben.

Wie jedes Jahr, wird die Polizei sich wieder um unsere Sicherheit sorgen und am Eingangstor die Taschen der Gottesdienstteilnehmer auf gefährliche Gegenstände hin kontrollieren, ebenso die Maskenpflicht. Für alle Fälle geben wir ihnen Masken zum Verteilen.

Besondere Tage

Die drei österlichen Tage vom Leiden, vom Sterben und von der Auferstehung haben wir heute Abend begonnen zu feiern. Mit viel Sorgfalt gestalten unsere Schwestern die Kirche jeweils für die entsprechende liturgische Feier.

Der Gründonnerstag, an dem Jesus mit der Feier des letzten Abendmahles die Eucharistie eingesetzt hat, ist ein besonderer Feiertag für unsere Eucharistieschwestern und für die Priester. So manche guten Wünsche und aufbauende Worte durfte ich heute lesen und hören.

Missa chrismatis

Ca. zwei Drittel der Priester des Bistums nahmen heute teilweise sehr weite Wege auf sich, um gemeinsam mit dem Bischof in der Kathedrale die Chrisammesse zu feiern. In diesem Gottesdienst erneuern die Priester ihr Weiheversprechen.

Zimmerbrand

Gestern klingelte ein Gemeindemitglied am Pfarrhaus und bat um Hilfe für die Renovierung seiner Wohnung. Jemand von den 4 kleinen Kindern hatte eine Matratze in Brand gesetzt und im Zimmer ist nun fast alles verkohlt. Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen. Jetzt haben sie begonnen, die Tapete abzulösen, um den Brandgeruch weg zu bekommen. Heute war ich bei ihnen. Jetzt leben alle in dem anderen Zimmer der kleinen Wohnung.

Heute Abend erwarten wir 3 Mitbrüder zur Übernachtung aus Belgorod, Ufa und Togliatti, die bis zu 850 km zurücklegen, um morgen die Chrisammesse in der Kathedrale in Saratov mitzufeiern.

in memoriam

Heute wäre Tante Beate 91 Jahre alt geworden, vor zwei Jahren ist sie in unserem Beisein gestorben. Ihre Tochter lud zum gemeinsamen Gebet für die Verstorbene und zum Essen am reich gedeckten Tisch zu sich ein. Über manche kleine geistliche Aufbrüche in ihrer Familie hätte Tante Beate jetzt ihre Freude…

Ans Grab zu gehen erlaubt zur Zeit das Tauwetter nicht, aber die Abendmesse feierten wir zusammen in der Intention für die Verstorbene. r.i.p.