Archiv des Autors: bmarschner

Abschied, Katechetische Kommission und Kinderzentrum

Zu schnell sind die Tage vergangen, stellten mehrere der Gäste fest. Heute früh fuhren fast alle wieder in ihre Pfarreien. Die Mitglieder der Katechetischen Kommission berieten noch unter anderem über den Onlinekurs der Katechetenausbildung. Etwa 25 Teilnehmer aus dem ganzen Bistum haben den Kurs bis jetzt zum vierten und damit letzten Semester fortgesetzt, das heißt wöchentlich an den Lektionen teilgenommen, Hausaufgaben erledigt und nun haben sie eine Abschlussarbeit zu schreiben.
Am Nachmittag hatten die Schwestern die Kinder vom Caritas-Kinderzentrum inhaltlich auf die Hausweihe vorbereitet. Betend und singend zogen wir dann durch die ihre Räume und segneten die Kinder und das Zentrum.

Tag gottgeweihten Lebens

Jedes Jahr am heutigen Feiertag Darstellung des Herrn hatte Papst Johannes Paul II. den Tag des gottgeweihten Lebens eingeführt. Im Gottesdienst mit Kerzenweihe zogen wir in festlicher Prozession zum Altar. Die Ordensschwestern und -brüder erneuerten ihre Ordensgelübde und stellten ihre Kerze als Zeichen ihrer Verbindung mit dem Herrn vor den Altar.
Morgen schon werden die Gäste wieder zurück in ihre Pfarreien fahren, bis in den Ural und in den Kaukasus. Auch als Gastgeber sind wir beschenkt mit wertvollen Begegnungen, Gesprächen, Glaubenszeugnissen…

ein Tag in Dankbarkeit

Wie kostbar ist fürbittendes Gebet! Das durfte ich heute erfahren, als ich so manche Glückwünsche zum Namenstag lesen und hören konnte, dankbar für die Verbundenheit. Die Schwestern luden zum Fest des Hl. Johannes Bosco zum Mittagessen ein und hatten eigens eine Torte gebacken. Heute beginnt bei uns Marx das diözesane Treffen der Ordenschwestern und -brüder. Einmal mehr ist wieder zu spüren, wie wir Katholiken hier in den Weiten Russlands eine große Familie von Brüdern uns Schwestern sind. Bis Freitag dauert das Treffen mit einem Programm aus Vorträgen, Gruppenarbeit, gemeinsamen Gebetszeiten, Spieleabenden und Zeit zum Austausch. Gegenseitige Stärkung in unserem Tun scheint in der jetzigen Zeit besonders wichtig zu sein. Foto: Hl. Johannes Bosco

Gottesdienst in Balakovo

Heute haben wir Rodion in die Gruppe der Ministranten aufgenommen. Seine Familie wohnt auf einem Dorf, mehr als eine halbe Autostunde entfernt von Marx. Dennoch konnte er die letzten Monate zur Ministrantenstunde kommen, um sich auf den Dienst vorzubereiten. Heute wurde er sprichwörtlich gleich ins „kalte Wasser geworfen“, denn die anderen Ministranten sind erkrankt, so dass er die ganze Verantwortung trug.

Eine unserer Familien ist wegen der Arbeit ins 100 km entfernt Balakovo gezogen. Heute Nachmittag fuhren wir zum Gottesdienst zu ihnen nach Hause und hoffen, dass eine andere katholische Familie in Balakovo das nächste mal mit dazukommt. Vielleicht gibt es ja in der 200.000 Einwohner zählenden Stadt noch mehr Katholiken, die zur Messe kommen würden? Das Foto zeigt Schwester Mascha bei der Katechese nach dem Gottesdienst.

Gestern waren wir mit Jugendlichen auf der weiten Wolga Schlittschuh laufen. Das Eis ist bis zu 40 cm dick. Video

Grund zum Feiern

Heute gedenkt die Kirche in Russland des Seligen Jurgis Matulaitis (Matulewitsch), der vor 100 Jahren die Kongregation unserer Ordensschwestern gründete. Im feierlichen Gottesdienst mit Bischof Clemens und der Delegaturoberin Schwester Theresa erneuerten zwei Schwestern ihre zeitlichen Ordensgelübde. Zwei Jugendliche aus Stepnoje hatten sich eigens schulfrei genommen, um diesen Tag hier in Marx mit den Schwestern zu feiern. Im Frühjahr wird das 100-jährige Gründungsjubiläum gefeiert. Dazu sind alle Schwestern der Delegatur zu uns nach Marx eingeladen.

Auf der Wolga

Auf der anderen Wolgaseite, die deutschen Siedler nannten sie die Bergseite (wir sind auf der „Wiesenseite“) hat die orthodoxe Gemeinde ein Bergkreuz errichtet. Da kaum Schnee liegt, ist es zur Zeit angenehm zu laufen bzw. zu pilgern, die 1,5 km über die dick zugefrorene Wolga und die ca. 100 Höhenmeter zum Kreuz hinauf. Vom Kreuz bietet sich ein herrlicher Blick auf die Wolga.

in den Zirkus

Seit knapp 20 Jahren hat unsere Stadt einen Zirkus. Nicht mit Zirkuszelt und Wohnwagen, sondern wie es hierzulande üblich ist, eine Gruppe professioneller Artisten, die in Zirkusgebäuden oder Kulturhäusern auftritt. Seit etwa einem Jahr wurde für unseren Zirkus ein neues Zirkusgebäude gebaut. Heute endlich hab ich es geschafft, zusammen mit einer kleinen Gruppe in den hiesigen Zirkus zu gehen, wo auch ein Mädchen aus unserer Gemeinde mitspielt. So schnell sind die eineinhalb Stunden vergangen, stellte eine Jugendliche fest. Ein anspurchsvolles Programm aus bemerkenswerter Akrobatik, Clown-Einlagen und Einbeziehung der Zuschauer wurde uns geboten. Mit Leichtigkeit fürhten die Künstler ihre Bewegungen aus und hatten sichtlich Freude daran.

Am Vormittag brachten wir das Altpapier, welches Gemeindemitglieder im Laufe eines halben Jahres zusammen trugen, zur Sammelstelle nach Engels. Mit Enttäuschung mussten wir feststellen, dass der Abnahmepreis um mehr als die Hälfte gefallen war und wir für einen mit Karton gefüllten Kleinbus nur ein klein wenig mehr als die Fahrtkosten ausgezahlt bekamen.

Begegnungen

Schwerpunkt heute bildeten wieder die Haussegnungen. Eine Frau erzählte, dass heute ihr 41. Hochzeitstag wäre, vor einer Woche verstarb jedoch ihr schwer kranker Mann. Liebevoll erzählte sie von ihm, wie er ihr oft vom Basar ein Buch zum Lesen mitbrachte. Verwandte stellten achtungsvoll fest, dass von den Eltern ihres Freundeskreises kaum jemand noch mit dem ersten Ehepartner zusammen ist. Bei über der Hälfte der geschlossenen Ehen gehen laut Statistik in unserer Region die Partner wieder auseinander.
Mit den Mitarbeitern und Schwestern beteten wir heute um den Segen für das Pfarrhaus. Das Foto zeigt zwei Mitarbeiter der Caritas, die Im Kellergeschoss ihr Büro für den ambulanten Pflegedienst haben. Beim anschließendem Tee/Kaffee konnten wir einen Dresdner Stollen anschneiden, der es per Post hierher geschafft hatte.

Arbeitseinsatz

Die Pandemiezeit bot auch bei uns die günstige Gelegenheit, das Pfarrhaus zu malern, im Kellergeschoss der Kirche kamen wir nur dazu, den Korridor sowie die Decke im Saal zu weißen. Heute folgten 11 Gemeindemitglieder dem Aufruf zum Arbeitseinsatz und malerten den Großteil des Saales. Auch zwei Jugendliche kamen und sorgten für musikalische Aufbesserung der Stimmung im Saal (Video). Als nach dem Mittagessen die Frage stand, noch eine Wand zu malern, waren alle dafür.

Gebetsecke

Heute war Haussegnung bei einer unserer treuesten Kirchgängerinnen. Vor einigen Jahren sind sie vom Dorf nach Marx gezogen. Ein Grund dafür war, öfter zur Kirche kommen zu können. Nun kommt die deutschstämmige K. fast täglich zur Hl. Messe, ihr Mann, ebenfalls treuer Kirchgänger, verstarb vor 4 Jahren.
Zu Hause kocht sie für einen ihrer drei Söhne und sie essen dann gemeinsam. In diesen Zeiten ist sie froh, dass alle drei Söhne hier sind und ihrer Arbeit nachgehen.