Archiv des Autors: bmarschner

Silbernes Priesterjubiläum

Morgen vor 25 Jahren wurde Pater Zenon zum Priester geweiht. Er ist Redemptorist und Pfarrer in Togliatti, reichlich 4 Autostunden von uns entfernt. Mit ihm verbindet mich u.a. die Freude an den Bergen (Foto von 2020 im Kaukasus). Heute fahren wir mit P. Lorenz nach Togliatti, bekannt ist die Stadt für die Lada-Werke, in denen jetzt allerdings mangels Zulieferteile wenig produziert wird.

Bald sind Sommerferien

Nun hat die letzte volle Schulwoche bei uns begonnen, dann beginnen bereits die dreimonatigen Sommerferien. Nach Stepnoje fuhren wir zur letzten Katechese vor den Ferien. Aber ganz ohne Glaubensunterweisung sollen die Kinder nicht bleiben: die Eltern sind ja die ersten Katecheten (was leider nicht alle so wahrnehmen), Religiöse Kinderwoche ist geplant und sonntags nach dem Gottesdienst eine Kurzkatechese für alle Kinder und Jugendlichen.

Hausbesuch

Heute nach dem Gottesdienst lud W. Pater Lorenz und mich zum Tee zu sich nach Hause ein. Er gab gleich zu bedenken, dass er nichts zu essen zubereiten könne. Seine Frau ist vor wenigen Monaten in seiner Abwesenheit plötzlich verstorben. Immer wieder kam heute das Gespräch auf sie. Schwer fällt es ihm, nun in seinem Haus allein zu leben. Jetzt gibt ihm der Gemüsegarten etwas Ablenkung.

Orgelkonzert

Das Publikum zu unseren Orgelkonzerten ist meist sehr gemischt: Junge Erwachsene machen einen großen Teil aus, oft auch mit ihren Kindern, Senioren, manche auch aus der Nachbarschaft, und ein Organist aus Saratov war heute beim Konzert. Der heutige Konzertorganist war der erste Orgelspieler auf unserer Orgel. Er kommt aus Kasan und hatte bereits zur Orgelweihe vor dreieinhalb Jahren gespielt. Heute begleiteten ihn eine Solistin und ein Basssänger. Jetzt, im Marienmonat Mai, sangen sie „Ave Maria“-Kompositionen verschiedener Komponisten.

Beim Planen der Konzerte fragen wir ab und zu Organisten an, oft suchen auch Organisten selbst eine Möglichkeit für ein Konzert. Ein Orgelstudent aus Kasan möchte im Juni ein Konzert geben. Auf meine Bemerkung, dass wir ihm nur das Geld übergeben können, welches die Zuhörer am Ausgang spenden, schrieb er, für ihn sei das Wichtigste, sein eingeübtes Programm spielen zu können, ein neues Instrument auszuprobieren (derer gibt es hier wenige) und neue Erfahrungen zu sammeln.

Gäste

Im Pfarrhaus sind die Gästezimmer wieder belegt: Drei Musiker aus der Pfarrei Kasan bereiten sich auf das Orgelkonzert mit Gesangssoli vor, welches für morgen Abend geplant ist und Pater Lorenz SVD (Orden der Steyler Missionare) ist aus seinem Heimaturlaub aus Indonesien zurückgekehrt und wird vermutlich eine Zeit bei uns in Marx bleiben. Ich freue mich sehr über die Hausgemeinschaft mit ihm. Die Kinder von unserem Spielplatz begrüßten ihn gleich, war er doch im letzten Sommer eine längere Zeit hier und übernahm Vertretungsdienste.

Eine Einladung bekam ich heute in die Stadtbibliothek zur Eröffnung einer kleinen Ausstellung über die frühere Kultur verschiedener Nationen an der Wolga. Sehr anschaulich wurde der Lebensalltag der Menschen der vorigen Jahrhunderte dargestellt. Rechts auf dem Foto eine kasachische Kleidung in Vordergrund, danach eine deutsche und eine russische.

Nachlese

In den Pfarralltag kommt man meistens viel schneller wieder hinein, als heraus zu Beginn des Urlaubs: ein 81. Geburtstag, Reparatur der Motorhacke, Empfang der Übernachtungsgäste aus der Kasaner Pfarrei, welche am Sonnabend das Orgelkonzert gestalten. Dennoch gehen die vergangenen Tage noch nach. Hier noch ein paar bildliche Eindrücke:

Neuer Blogeintrag: zurück aus Rom

50.000 Pilger kamen letztes Wochenende nach Rom zur Heiligsprechung von 10 Heiligen, darunter Charles de Foucauld. Sie prägten das Stadtbild und füllten am Sonntag den Petersplatz und die angrenzende Straße Via della Conciliazione. Für mich war es ein besonderer Momement, bei diesem Festgottesdienst zu konzelebrieren. Die aufrichtige und konsequente Suche des Heiligen nach Gottes Wille war für meine Berufung eine besondere Orientierung und ist es bis heute.

Durch die unterschiedlichsten Lebensphasen wurde der Heilige geführt. Sein Beichtvater nennt ihn in dem Empfehlungsschreiben für den Eintritt in den Trappistenorden „einen guten Christen, der die Religion zu einer Liebesgeschichte macht“ (Rintelen, Der das Leben suchte). Schließlich fand er den Ort ganz nahe dem sogenannten letzten Platz, welchen Jesus innehat, in einer Einsiedelei in der Wüste Sahara, wo er mit dem Volk der Tuareg mitlebte. In seiner Predigt warnte Papst Franzsikus vor einem Ideal der Heiligkeit, das zu sehr auf uns selbst beruht, auf unserer Aufopferung, um einen Preis zu gewinnen. Heiligkeit gelte es vielmehr im Alltäglichen zu suchen und zu umarmen im Staub der Straße, in den Mühen des konkreten Lebens.

Mit guten Eindrücken und dankbar über den Austausch mit den Mitbrüdern bin ich mit Zwischenstopps in Istanbul und Moskau heute Abend gut und ohne Schwierigkeiten an der Grenzen wieder in Marx angekommen.

Urlaub

Morgen darf ich für 2 Wochen in den Urlaub fahren. Im Inlandsflug werd ich bis Kaliningrad fliegen und mit dem Linienbus über die Grenze nach Polen einreisen. Nach ein paar Tagen in der Oberlausitz begebe ich mich mit zwei Mitbrüdern der Priestergemeinschaft „Jesus Caritas“ auf Pilgerfahrt nach Rom, wo am 15. Mai der selige Charles de Foucauld heilig gesprochen wird. Auf meinem Weg der geistlichen Berufung spielte und spielt der französische Geistliche eine entscheidende Rolle. Den Großteil seines Lebens hat er den Platz gesucht, wo er Jesus am nächsten sein kann.

Den Rückflug habe ich über Istanbul gebucht, da aus der EU alle Direktverbindungen gestrichen sind. In zwei Wochen ist dann hier im Blog wieder von Neuem an der Wolga zu lesen. Bis dahin: Mit Gott – С Богом!

Eindrücke vom Dekanatsjugendtreffen

Auf der Rückfahrt vom Dekanatsjugendtreffen sagten die meisten, dass sie gern noch länger geblieben wären. 40 Jugendliche aus 5 Pfarreien kamen nach Tambow, darunter auch Studenten aus Afrika und Lateinamerika. Bewegend erzählten einige bei der Auswertungsrunde, wieviel ihnen diese Tage bedeutet haben. Thematisch ging es um Beziehung, christl. Familie und Leben mit der Bibel. Beichtgelegenheit, Rosenkranzgebet und Anbetung sind ebenso Bestandteile der Deka-Treffen. Auch Stadtrundgang, Bowling und Spiele- und Tanzabend. Sehr spannend und angenehm war auch das Zusammenspiel unter uns Hauptamtlichen, die wir aus verschiedenen Länder kommen (Indien, Kongo, Ukraine, Russland, Lettland, Polen und Kasachstan).

Pflanzsaison

Viele Dinge werden auf dem Basar preiswert verkauft, so auch Blumenpflanzen. Mit Marina, unserer Haushälterin, suchten wir Pflanzen für die Blumenrabatte vor der Kirche aus. Innendrin gestalten die Schwestern nun wieder den Blumenschmuck mit dem, was im Klostergarten und bei Gemeindemitgliedern wächst. Eine Frau aus der Gemeinde gab heute Tulpen aus ihrem Garten für den Blumenschmuck. Auch wenn sie wegen ihrer Gesundheit an manchen Tagen nicht aus dem Haus gehen kann, in ihrem Garten pflanzt sie dieses Jahr wieder Gemüse, Kartoffeln und Blumen.

Um über den 9. Mai, dem Staatsfeiertag, keine Parallelveranstaltung durchzuführen, wählten wir die freien Tage um den ersten Mai für das Dekanatsjugendtreffen, zu welchem wir morgen mit 6 Jugendlichen und einer Schwester fahren, nach Tambow, über 400 km Landstraße und am Dienstag kehren wir zurück. Dann gibt es hier den nächsten Eintrag mit Eindrücken vom Jugendtreffen.