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С Богом – Mit Gott!

Morgen treffen sich 3 Familien zu einer thematischen Familienfreizeit in St. Petersburg im dortigen Franzsikanerkloster. Heute Abend werden wir mit unserem Kleinbus die 1.700 km bis St. Petersburg fahren, ohne Übernachtung, 3 Fahrer zum Abwechseln. Für manche ist es der erste Besuch in dieser Stadt, die Vorfreude ist größer als die Angst vor einer Ansteckung. Nach dieser Woche werde ich gleich meinen Urlaub beginnen und nach knapp einem Jahr nach Deutschland fliegen. So darf ich mich freuen auf die Hochzeit einer meiner Nichten, Exerzitien und auf manches Wiedersehen…

Hier im Blog geht es ab 7. September weiter. Bis dahin bleib/bleiben Sie gesund, Gott befohlen und erholsame Wochen, Tage oder wenigstens Momente.

hilfsbereit

Der Pfarrer von Ufa (ca. 700 km entfernt) fragte, ob eine Familie mit zwei Kindern aus seiner Gemeinde in Marx übernachten können. Sie erzählten, dass sie auf dem Weg zur Oma im Rostover Gebiet (mehr als 700 km) sind, der es nicht gut geht. So könne sie die Enkel noch einmal sehen.
70 km vor Marx funktionierte bei ihrem älteren Lada die Lichtmaschine nicht mehr. Im Dunkeln versuchten sie, Autos anzuhalten, um jemanden zu finden, der sie bis Marx schleppt. Nach längerem Warten fand sich ein „barmherziger Samariter“. Mit Blick auf die kleinen Kinder nahm er kein Geld für diesen Abschleppdienst. Morgen nach dem Gottesdienst können vielleicht unsere Autofahrer ihnen technische Hilfe vermitteln.

Vorbereitungen

Am 28. August werden es 80 Jahre, dass die wolgadeutschen Siedler laut Ukas der Stalin-Regierung aus ihren Häusern in ferne Arbeitslager deportiert wurden. Die Stadt Marx plant einige Veranstaltungen zu diesem Anlass. Auch die Vorfahren von Bischof Josef Werth traf dieses Schicksal. An diesem Gedenktag ist Einweihung eines Kreuzes auf dem Gebiet der ehemaligen Ortschaft der Großeltern von Bischof Josef geplant, sofern die steigenden Infektionszahlen Veranstaltungen erlauben. Auch eine Fußwallfahrt zur Kreuzeinweihung planen wir. Unser Hausmeister hat heute das Fundament für das Kreuz gegossen.

Kinder vom Kinderzentrum

Unser Kinderzentrum ist auch in den 3-monatigen Schulferien beliebt bei den Nachbarskindern. Heute organisierten die Schwestern eine Fahrt nach Saratov. Bei der Diözesancaritas informierten sich die Teenies über Möglichkeiten zur Bewahrung der Schöpfung, die sie selbst beachten können: Mülltrennung, Sammeln von Plasteabfällen, Altpapier, kein Einwegbesteck…

P. Diogenes erkundete mit den Kindern in der Kirche die Glasfenster über die Werke der Barmherzigkeit und schließlich bummelten wir noch durch die Fußgängerzone mit Abstecher in die Springbrunnen.

Auf der Fahrt war es für manche interessant, die Etagen der Hochhäuser zu zählen, um das höchste Haus auf der Strecke herauszufinden.

Reverend father Eric

Eric ist in Ghana im gleichen Jahr zum Priester geweiht wie ich. Seit 20 Jahren kennen wir uns. Mit Grimmaer Gemeindemitgliedern haben wir ihn vor mehreren Jahren besucht, mehrfach war er in Deutschland, wo er promovierte, als Seelsorger in einer Pfarrei half und wieder zurück in seine Heimat ging. Vor 4 Jahren kam er zu Besuch zu uns an die Wolga (Foto). Nicht unbedingt deswegen soll er hier im Blog erwähnt werden, sondern manchen Bloglesern wird er bekannt sein und seine Feier von 26 Jahren priesterlicher Dienst mag ein Anlass sein, an ihn zu denken. Coronabedingt konnte er im vorigen Jahr sein Silbernes Priesterjubiläum nicht groß feiern, so verlegte er die Feier auf dieses Jahr. Der feierliche Gottesdienst vom vergangenen Sonntag lässt sich hier mitverfolgen.

Fahrzeugsegnung

Heute ging es in den Gottesdiensten um den ersten Welttag der Großeltern und älteren Menschen, welchen Papst Franzsikus für heute erstmalig ausrief. Ebenfalls auf den heutigen Tag fällt der Gedenktag des Hl. Christophorus, Schutzpatron der Reisenden. Nach den Gottesdiensten waren die Gemeindemitglieder zur Fahrzeugsegnung eingeladen. Erstaunlich, dass es in Marx über 10 Autos waren, die schön hintereinander vor der Kirche standen und dass die Mehrheit der Fahrer Frauen waren.

In Stepnoje folgten 2 Jungens mit ihren Fahrrädern der Einladung zur Fahrzeugsegnung. Die nächste Fahrt geht an die Badestelle, sagten sie.

Geburtstagsjubiläum

In der Gemeinde in Pensa ist kein Priester vor Ort. Erste Ansprechpartnerin für Suchenden und Gemeindemitglieder ist oft Sophia Alexandrowna, die seit über 10 Jahren vom Bischof als Verantwortungsperson gegenüber den staatlichen Stellen ernannt ist. Heute feierten wir nach der Abendmesse ihren runden Geburtstag. Viele freundliche Toasts wurden bei Tisch gesprochen. Oft wurde die familiäre Atmosphäre angesprochen, Verwandte, die von andern Orten kamen, erzählten, dass sie davon beeindruckt waren, wie man hier miteinader umgeht.- Das ist sicherlich mit das stärkste Zeugnis, welches wir als Gemeinde geben können.

Zur großen Freude von Sophia ist der Generalvikar, P. Diogenes mitgekommen. Länger als sonst saßen wir beisammen, so wird es wohl eine kurze Nacht.

Wohngemeinschaft / vita communis

Der Steyler Missionar Lorenz, Indonesier, einige Jahre war er Pfarrer in Wolgograd, wartet auf eine Besserung der Verhältnisse seines von der Pandemie stark betroffenen Heimatlandes, um nach Hause zu fliegen. Seit einem Monat ist er bei uns in Marx und hilft mit in der Seelsorge, im Kinderzentrum, bei Haus- und Gartenarbeiten und, was ich besonders schätze, ist das gemeinsame Leben im Pfarrhaus mit Austausch, gemeinsame Mahlzeiten, Unternehmungen, wie schwimmen in der Wolga (s. Foto.), Gebet…. Er ist bereit, auch die Urlaubsvertretung im August zu übernehmen.

Dank

Vor gut 2 Wochen ereilte uns der Hilferuf zweier Familien nach dem Hausbrand. Heute kam eine der Bewohnerinnen mit ihrer Tochter, um in unserer Kleiderkammer nach Kleidung zu schauen. Vor 10 Tagen konnten wir ihr eine erste Spende für das Notwendigste übergeben, eine weitere soll folgen. Das Dankeschön aus ganzem Herzen darf ich an dieser Stelle an die Wohltäter weitergeben. Die Bewohner wollen ihr Haus wieder aufbauen, als erstes soll das Dach wieder geschlossen werden. Mit der Stadtverwaltung und einem Abgeordneten sind sie im Gespräch über den Wiederaufbau.

Heute Nacht kamen bei uns schwache Ausläufer des Sturm- und Regengebietes aus Mitteleuropa an. Immerhin reichte die Kraft des Sturmes, um eine Dachverkleidung am Pfarrhaus zu lösen. Mit vereinten Kräften des Hausmeisters und P. Lorenz‘ befestigte wir sie heute.

Ambivalenz

Bei manchen hat man den Eindruck, ihnen zu helfen ist ein Fass ohne Boden. Zu einer Familie mit 4 Kindern, die in ein verlassenes Haus auf dem Dorf gezogen sind, hab ich heute Lebensmittel gebracht. Die Mutter liegt mit Brandwunden auf dem Divan, der Vater hatte seinen Arm gebrochen und kann deshalb noch nicht arbeiten. Desöfteren konnten wir sie von der Pfarrei aus unterstützen und auch heute äußerten sie mehrere Bitten. Aber es bleibt ein Abwägen, wann bremst Hilfe die Eigeninitiative, wann gewöhnt sich jemand an Hilfe, was ist unserer Aufgabe als Pfarrei…? – „Wir freuen uns, dass Sie zu uns fahren“, sagte der Vater zuvor am Telefon. (Foto vom Vorjahr)