Auf den Spuren der Russlanddeutschen

Bei herrlichem SpätsommerwettDSC_3943er führte uns der erste gemeinsame Tag mit den Gästen zu der Kirchenruine nach Mariental, auf unbefestigten Wegen durch die weite Steppe. Weiter ging es zu einer anderen Dorfkirche nach Zürich, heute Sorkino, die wieder aufgebaut wurde. Die Geschichte der Russlanddeutschen war nicht nur Theorie: Sr. Emilia erzählte selbst von ihrer Familie, unter welchen Bedingungen sie, oft geheim, gemeinsam beteten und ihren Glauben lebten. In der Predigt regte Pfr. Michael Gehrke  zum Austausch darüber an, in welchen Formen wir unter heutigen Bedingungen Glauben leben können.

Vorbereitungen für Besuch aus Dresden

Nur zwei Jahre besteht jetzt unsere Gemeindepartnerschaft mit der Pfarrei „Heilige Familie“ in Dresden-Zschachwitz. Da der Termin unseres 25-jährigen Kirchweihjubiläums im November für sie weniger günstig war, haben sie für jetzt eine Gemeindefahrt zu uns an die Wolga organisiert. Heute Abend erwarten wir sie. So kann jetzt die Partnerschaft um vieles mehr mit konkreten Gesichtern, Begegnungen, Lebensgeschichten… gefüllt werden. Seit einigen Tage laufen bei uns die letzten Vorbereitungen. Zwei Frauen hatten heute den halben Tag Köstliches gebacken, unter anderem eigenes Brot, um zum Empfang, nach alter russischer Tradition, Brot und Salz gemeinsam zu essen. P. Reinhard unterhielt sie musikalisch dabei.

neuer Ambo

Es war ein etwas wackliger Ambo aus Holz,DSC_3924 den wir bisher in Marx in der Kirche stehen hatten. Bei einem temperamentvollen Prediger konnte er sich schon mal mitbewegen. Unser bevorstehendes 25-jähriges Kirchweihjubiläum gab uns Anlass, einen stabileren Ambo anfertigen zu lassen. Aus ukrainischem Granit, aus dem auch der Altar seinerzeit gefertigt wurde, steht seit heute ein neuer Ambo, im gleichen Stil wie der Altar. So wird der Zusammenhang vom Tisch des Wortes und vom Tisch der Eucharistie sichtbar. (Jetzt bleibt uns noch die Suche nach Sponsoren für den Ambo.)

Bei Tante Beate

Zu TaDSC_3920nte Beate, der einzigen noch deutschsprechenden Frau in der Gemeinde (ohne die Schwestern gerechnet) fuhren wir mit P. Reinhard heute zur Hauskommunion, da sie seit längerem nicht mehr zur Kirche kommen kann. Beim anschließendem reichlichem Mittagessen erzählte sie, wenn damals zu Sowjetzeiten in Tadschikistan der Pfarrer unangemeldet vorbeikam, bekam er mindestens Brot und eine Zwiebel zu essen.Sehr aufmerksam interessiert sie sich für das Gemeindeleben und ist im Gebet verbunden.

Am Nachmittag kam unsere Brandschutzwartungsfirma und erzählte von den neuen Auflagen: 2 Feuerlöscher müssen in öffentlichen Räumen stehen, der zweite als Ersatz, falls einer versagt. Der Fluchtplan müsse jetzt mit im Dunkeln leuchtender Farbe sein… Es gehe ja um die Sicherheit (und natürlich um Geld, Anmerkung des Verfassers).

Rückblick August

Zusammen mit P. Reinhard sind wir gestern wieder in Marx angekommen. Vielen Dank den Priestern, die hier Vertretung übernommen hatten, besonders Bischof Clemens, P.

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Diogenes und P. Ondrej aus Saratov und den Schwestern.

Am 1. September begann nach 3 Monaten Ferien hier wieder die Schule. Nach der Schülersegnung am Ende der Hl. Messe führten die Kinder vom Kinderzentrum noch ein lustiges Puppenspiel auf.

Hier noch eine kleine Fotosammlung vom August aus Taizéfahrt, Familienfreizeit und Exerzitien.

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vor der Fahrt

Morgen/ heute (am Sonntag) start1800SL15_wen wir mit 15 Jugendlichen und 3 Ordensschwestern zu unserer Partnergemeinde und nach Taizé. Bis Moskau fahren  wir mit dem Zug, weiter per Flugzeug nach Prag und mit PKWs, welche uns unsere Partnergemeinde organisiert, an unser Ziel. Die Jugendtreffen direkt in Taize mit Gebetszeiten, praktischen Arbeiten, Glaubensgesprächen und jugendlicher Fröhlichkeit unter einfachen Bedinungen  finden fast das ganze Jahr über statt.

Wenn wir nach 11 Tagen wiedMer zurückkehren, geht es mit jungen Familien unserer Gemeinde mit eigenen Autos nach Sotschi. Im dortigen Pfarrhaus haben wir Quartier gefunden. Der Tagesablauf wird eine Mischung werden aus Katechese, Gebet und gemeinsamer freier Zeit.

Mitte August folgt dann eine Woche Exerzitien in Alexanderdorf mit der Priestergemeinschaft Jesus CaritasDSC_0887 und es schließt sich eine Woche Urlaub an. Am 1.9. werd ich wieder hier an der Wolga sein und wieder an dieser Stelle vom Gemeindeleben hier berichten. Geplantes und Ungeplantes ist vor so einer Abwesenheit noch zu erledigen gewesen, so dass das Blogschreiben etwas kurz gekommen ist. Ich wünsche Ihnen / Dir zunächst ein schattiges Plätzchen bei der Hitzewelle in Deutschland und gute Gelegenheiten zum Kräfte sammeln, erholen und gute Begenungen. С Богом! Mit Gott!

Stepnoje am Abend

Wegen einem DSC_3584Kuhfoto und um noch ein Problem im Zusammenhang mit dem Kuhprojekt zu klären, sind wir am Abend noch nach Stepnoje gefahren. Auch dort hatte es in den letzten Tagen, Gott sei Dank, geregnet, so geben die Kühe jetzt etwas mehr Milch am Tag, da sie wieder Grünes finden. Die beiden Frauen warten auf den Milchhändler, der ihnen die frisch DSC_3581gemolkene Milch für 14 Rubel (= 19 Cent) / Liter abkauft. Schwer ist das Leben im Steppendorf, besonders für junge Leute, wenn es keine Arbeit gibt und sie notgedrungenermaßen für einige Wochen nach Moskau, St. Petersburg oder auf die Krim zum Weiterbau der Kertscher Brücke fahren müssen.