Ankunft in Marx

Allen Grund zum Danken haben wir, dass wir mit unseren 3 PKWs nach den 1.100 km wieder heil angekommen sind. In der Auswertung wurden am meisten die Naturerlebnisse der Berge genannt. Zwischen Schnee und Steinen am Elbrus, Wasserfälle, Bergpanorama, die Durchquerung eines Bergflusses – P. Diogenes rief die Jugendlichen nach diesen Erfahrungen auf, sorgsam mit der Schöpfung umzugehen. Der Abschied heute fiel vielen schwer, ein Zeichen dafür, wie die Gruppe in den gemeinsamen Tagen zusammengewachsen ist.

Eine Mutter in Stepnoje erwartete vor dem Haus ihre Tochter. Diese fragte unterwegs des öfteren, in welchem Ort wir uns gerade befinden. Sie teilte den Ort ihrer Mutter mit, welche alles aufschrieb, nicht um zu kontrollieren, sondern um „mitzureisen“ auch anhand der übermittelten Fotos und Mitteilungen ihrer Tochter. „Wir waren im Kaukasus“, sagte sie freudig. Ein Vater bedankte sich, da sie aufgrund des Viehs und der finanziellen Mittel mit ihrer Tochter nicht in den Urlaub fahren können. So geht es wohl allen 9 Familien derjenigen Teilnehmer, welche von unseren Dörfern mitgefahren sind.

Halbzeit bei der Kinderwoche

Heute endlich ein Lebenszeichen von unserer Religiösen Kinderwoche in Blagoweschenka. Die mangelnde Netzabdeckung in unserem Dorf schränkt die Internetnutzung ein, sehr zum Leid (oder auch Nutzen?) unserer Teenies.

Recht unterschiedlich ist unsere Gruppe zusammengesetzt, was die Interessen und Prägungen angeht. Aber die attraktiven Sehenswürdigkeiten des Kaukasus sind für alle ein Erlebnis: Wasserfall, Thermalbad, Bergwanderung mit Weitblick und Felspanorama, Schnee und Felsen am Fuße des Elbrus. Nachdem uns die Seilbahnen und ein Einer-Sessellift aus Sowjetzeiten bis auf 3.800 m brachten, erstiegen wir noch 50 Höhenmeter, manche stiegen sogar weiter bis zur 4.000er Grenze.

Heute ist es ruhigerer Tag. Für das Thema „Die 10 Gebote“ bieten sich in unserer Teilnehmergruppe in diesen Tagen anschauliche Beispiele für den Sinn dieser Gebote. Am Montag werden wir die Rückreise antreten, zunächst bis Wolgograd und Dienstag nach Marx.

Religiöse Kinderwoche für Teenies

Am Dienstag beginnt unsere zweite RKW für die Älteren. Ein weites Ziel ahebn wir uns ausgesucht: Blagoweschenka im Kaukasusvorland. 100 km sind es von dort bis an den Elbrus, den höchsten Berg Europas. Mit 16 Teenies und 5 Erwachsenen werden wir mit Kleinbussen und PKW die 1.300 km in zwei Tagesetappen zurücklegen.

Heute nach den Gottesdiensten trafen sich Teilnehmer und Eltern zum Infortreffen. Für die Jugendlichen könnte es sofort losgehen, ihrer Stimmung nach zu urteilen. Foto nach dem Gottesdienst in Raskatovo

Praktikantenalltag

Einem Seminaristen, der in eine ländliche Pfarrei wie Marx mit Grundstück und einigen Gebäuden kommt, bleiben praktische Arbeiten nicht erspart. Heute hat W. ein Kreuz gestrichen, welches am 28.8., dem 80. Gedenktag der Deportierung der hiesigen deutschen Bevölkerung zur Erinnerung an die deutschen Siedler errichtet werden soll. Ministrantenstunde, Mitarbeit im Kinderzentrum zeigen die weiteren Fotos. Die Verantwortung für die Sakristei sowie Teilnahme an den anderen pastoralen Aktivitäten gehören ebenso zum Praktikum. Seit einigen Wochen sind wir eine vom Alter recht verschiedene, aber sehr bereichernde Wohngemeinschaft mit P. Reinhard und P. Lorenz SVD.

Jubiläumsbesuch

Am Tag des Jubiläums von P. Reinhard war P. Tomasz, der vorherige Marxer Pfarrer, verhindert. So kam er jetzt für 2 Tage von Ufa, um P. Reinhard zu gratulieren und ihm eine Ikone der Ostobramskaya Mutter Gottes zu überreichen. Vier Jahre haben sie zusammen im Marxer Pfarrhaus gelebt und sich auf russisch, notfalls auch über tschechisch/polnisch verständigt. Mit ihm kam Denis, der sich auf die Diakonweihe vorbereitet und zur Zeit in Ufa im Praktikum ist.

Hilferuf

Zum Gottesdienst kam eine Frau aus der Stadt und bat nachher um ein Gespräch. Letzte Woche ist ihr Haus abgebrannt. Ursache war wohl ein elektrischer Defekt. In dem Doppelhaus lebte sie mit ihrem Sohn, der noch an den Folgen seiner Coronaerkrankung leidet. Vorübergehend haben sie Aufnahme bei einer Bekannten gefunden.

Die andere Hälfte bewohnte eine Familie mit zwei Söhnen. Der älteste Sohn wohnte ebenso mit seiner Frau und Sohn im Haus. Der jüngere Sohn wollte demnächst heiraten. Der Vater ist Kraftfahrer mit seinem eigenen Pritschewagen. Vorerst haben sie sich die Garage notdürftig zum Wohnen eingerichtet, solange es noch warm ist, muss es gehen, sagten sie.

Eine Brandschutzversicherung haben sie nicht. Lediglich für den Enkel haben Nachbarn schnell Spielsachen und Kleidung gebracht. Für weitere Unterstützung sind sie jetzt am Suchen. Beim Abschied sagte der Vater, dass es schon wohltuend ist, wenn jemand sich für ihre Situation interessiert und mitfühlt. Gern möchte ich diesen Hilferuf hier weitergeben.

Erstkommunion in Stepnoje

Zwei ganze Jahre hat Sr. Jewgenia 2 Jungs aus Stepnoje in wöchentlicher Katechese auf die Erstkommunion vorbereitet. Einen bisschen aufgeregt waren sie heute schon, als sie im weißen Hemd vor der Kirche standen. Vor der Hl. Messe empfingen sie das Sakrament der Versöhnung, ebenso auch alle ihre katholischen Familienangehörigen. Etwas Blumenschmuck brachten die Stepnojer mit zur Kirche. Aber in ihren Gärten pflanzen sie hauptsächlich Gemüse zum Verzehr an. Jemand sagte nach der Hl. Messe, dass es bei ihnen in der Steppe seltener regnet, als in Marx an der Wolga.

Alle am Ziel

Bei angenehmen Reisewetter, ohne Stau, durch die herrliche Landschaft der Chwalinsker Berge, desöfteren ein Blick auf die breite Wolga haben wir gestern den Flughafen in Samara erreicht und K. ihr Flugzeug in die Heimat nach Kirgisien. In Togliatti wurden wir sehr mitbrüderlich aufgenommen. Dort laufen die Vorbereitungen auf die Einweihung der neugebauten Kirche (Foto), geplant für Herbst. Auf dem heutigen Rückweg war noch Zeit für eine kleine Wanderung in den Chwalinsker Bergen.

Nach zwei Jahren nach Hause

Zwei unserer Jugendlichen sind aus Kirgisien und Kasachstan hierher nach Marx gekommen und erlernen hier einen Beruf. Pandemiebedingt sind sie seit zwei Jahren nicht nach Hause geflogen, da nicht gewiss war, ob sie zurückkehren können. Nach dieser langen Zeit ist P. heute nach Nursultan (Kasachstan) geflogen und K. bringen wir morgen zum Flughafen nach Samara, von wo es einen Direktflug nach Bischkek (Kirgisien) gibt. Bei dieser Gelegenheit werden wir mit P. Laurentius und dem Seminaristen unseren Mitbruder in Togliatti besuchen und dort übernachten.

Seminarist im Praktikum

Bereits seit voriger Woche ist W. in unserer Pfarrei zu einem 4-wöchigen Gemeindepraktikum. Beim Geschichtsstudium ist sein Interesse für Kirche und Glauben geweckt worden. Seine Suche führte ihn schließlich in die katholische Gemeinde, wo er nach einiger Zeit seine Berufung zum Priester spürte. Nun studiert er in St. Petersburg, dem einzigen katholischen Priesterseminar Russlands. Im Pfarreileben geschieht immer auch Ungeplantes: so half er heute mit das Regenwasser in der Kirche aufzuwischen, welches durch ein vom Gewittersturm aufgerissenes Fenster kam.