P. Reinhard

Mehr als drei Monate war Viktor, ein junger Mann, der sich für den Priesterberuf interessiert, bei uns in der Pfarrei. Gestern nun wechselte er zu einem weiteren Pfarreipraktikum in die Gemeinde nach Woronesh. Ein anderes Zimmer ist nun im Pfarrhaus wieder „bewohnt“: Nachdem P. Reinhard zu Hause vor kurzem seinen 77!. Geburtstag feiern durfte, begab er sich nach dem Rhythmus, den er nun schon seit über 6 Jahren pflegt (3 Monate Eisleben, 3 Monate Marx), wieder zu uns an die Wolga. Mit seinen 10-kg-Handgepäck kam er in dieser Nacht auf dem Flughafen an. Auch die Gemeindemitglieder begrüßten ihn nach der Hl. Messe sehr herzlich. Morgen früh wird er gleich die Hl. Messe übernehmen, da ich wieder nach Pensa fahre.

Den heutigen Feiertag nutzten musikbegeisterte Jugendliche aus Saratov und unserer Pfarrei zu einem gemeinsamen Band-Probe-Tag bei uns. Unserer wiederbelebten Band gab das Treffen sicherlich einen neuen Motivationsschub. Neben neuen geistlichen Liedern und Taizégesängen wurde auch Bob Marley gespielt.

Gemeinsamer Beginn

Aschermittwoch hat sein eigenes Gepräge: es ist normaler Arbeitstag, dennoch war zu spüren (nicht nur in der Magengegend), dass etwas anders ist. Zur Abendmesse kamen nicht wenige Gemeindemitglieder, so begannen wir gemeinsam diese Gnadenzeit. Einige hatten zuvor die Palmzweige vom VorjahrDSC_5287 von zu Hause gebracht, aus denen die neue Asche für das Aschekreuz gewonnen wurde.

Unsere orthodoxen Schwestern und Brüder beginnen die Fastenzeit am kommenden Montag, während jetzt noch Maslenitsa gefeiert wird.

„Finde die Katze!“ – Foto vom Gelände des Marxer Krankenhauses, wo ich heute eine Kranke besuchte.

Auf der Wolga

Noch sitzen die Eisangler auf der WDSC_5273olga, teilweise haben sie ihr Zelt aufgeschlagen. Doch an manchen Stellen ist bereits zu erahnen, dass das Eis beginnt, dünner zu werden. So hab ich bei meiner Winterwanderuung von einer Überquerung der Wolga heute abgesehen. der Winter hat uns noch fest im Griff, neuer Schneefall ist gemeldet. GefDSC_5281ährlich bleibt das von den Dächern herabstürzende Eis. Ein jungeer Erwachsener aus unserer Gemeinde erzählte, dass er 2 Meter vom herabfallenden Eisbrocken stand. Instinktiv hebt man beim kleinsten Geräusch die Arme über den Kopf.

Vor der Katechese am Abend in Stepnoje, die in diesem Jahr im Dorfclub stattfindet, zeigten die Mitarbeiterinnen des Clubs ihre Vorbereitungen auf den 8. März, den Frauentag, der hier staatlicher Feiertag ist.

Orgelkonzert

Vor längerer Zeit rief uns der Organisator des Saratover Orgelfestivals an und empfahl uns einen Organisten, der im VatiIMG-20190303-WA0006kan in der St. Martha-Kirche bei Papst Franziskus die Orgel spielt und an der Päpstlichen Universität Gregoriana lehrt, Sergio Militello (in der MItte auf dem Foto). Er ist zur Zeit auf Russlandtour in Moskau, Saratov, Pensa…, und in diese Städte darf sich auch Marx einreihen 🙂 Heute war er zum Orgelkonzert in unserer Kirche. Zwei Besucher erzählten mir nachher, sie hatten teilweise Gänsehaut bei den Orgelklängen.

Zuvor kam ein junger Mann aus Saratov zu uns, welcher im dortigen Konservatorium die Orgel pflegt. So stimmte er unsere Orgel und behob manche Mängel, die sich mit dem neuen Standort eingestellt hatten. Da mit den niedrigen Wintertemperaturen sich auch die Luftfeuchtigkeit stark verringerte, trocknete das Holz weiter aus, was mitunter zu Rissen und Zwischenräumen an Orgelteilen und Holzpfeifen führte, wo teilweise Luft austritt. So bleiben einige Arbeiten auf der to-do-Liste. Der Organist gab den Rat: die Orgel jeden Tag spielen, eine kleine Motivation unter anderem auch für mich.

Verabschiedung P. Laurent

Die Zahl der Gottesdienstbesucher heute zur Abendmesse glich fast der Zahl eines schwach besuchten Sonntagsgottesdienstes. Hauptgrund: Nach 3-monatigem Dienst in unserer Pfarrei fliegt P. Laurent morgen wieder in seine Heimat, um ein neues Visum zu bekommen, mit welchem er dann in der Gemeinde Ufa tätig sein wird. Nach der Abendmesse folgten fast alle der Einladung zum Teetrinken (das heißt incl.  Abendbrot) ins Pfarrhaus, wo noch ein Tisch dazugestellt werden musste.

Mit einer großen Bereitschaft übernahm P. Laurent Dienste in der Pfarrei, fuhr samstags öfter die 300 km bis Pensa, predigte, übernahm eine Katechesegruppe auf dem Dorf, zu der er auch fuhr, wenn nur 2 Gemeindemitglieder kamen, traf sich regelmäßig mit den afrikanischen englisch- und französischsprachigen Studenten in Saratov…

Unsere vita communis im Pfarrhaus war gekennzeichnet von anregenden Gesprächen und desöfteren mit französisch/ italienischer Küche. Merci beaucoup.DSC_5263

Verschiedenes

Nach drei Tagen ist es höchste Zeit für einen Blogeintrag: Die Faschingstradition ist in unseren Breiten, auch bei Katholiken, nicht bekannt. So sind es jetzt weniger spektakuläre Tage. Die Schule hat wieder begonnen und damit auch unser normaler Pfarreirhythmus. Mehrere kleinere Handgriffe standen heute an: da das Thermometer nun auch hier tagsüber Plusgrade zeigt, haben wir heute endlich den Herrnhuter Adventsstern vom Kirchturm abgenommen. Er ist sehr reparaturbedürftig, zuletzt hielt ihn nur noch die elektrische Leitung. Mit unserem Praktikanten haben wir kleine Reparaturen an der Orgel vorgenommen. Am Sonntag findet das nächste Orgelkonzert  mit einem Organisten aus Rom statt. Zuvor wird der Orgelstimmer des Konservatoriums in Saratov (unsere beiden sind die einzigen Pfeifenorgeln im Umkreis von 250 km) die Orgel stimmen. Auf den Straßen wird weiterhin Schnee abtransportiert, um einer Überflutung bei Tauwetter zu vorzubeugen (es gibt kaum eine Kanalisation im Ort). Foto links: eine Straße vor der Schneeräumung, Foto rechts: danach.

Tag der Vaterlandsverteidigung

In Russland wird heute der Tag der VatDSC_5224erlandsverteidigung gefeiert (früher Tag der Roten Armee), quasi als Männertag, bevor am 8. März dann der Frauentag folgt. Im Geschäft in Saratov gratulierten die Verkäuferinnen Viktor, unserem Praktikanten und mir, als wir den Laden betraten, jemand hielt uns eine Tür auf und gratulierte und in Pensa bekamen wir ein kleines Geschenk. Allerdings etwas Arbeit wartete auf die Männer auch heute: den Schnee vom Dach räumen, da sonst der getaute Schnee in das Untergeschoss läuft.